Nach Griechenland, Portugal, Spanien und Frankreich ist vor allem die finanzielle Lage Italiens wichtig für die Zukunft des europäischen Geldsystems. Doch auch in diesem Land geht es derzeit drunter und drüber. Ministerpräsident Silvio Berlusconi steht wohl vor seinem lang erwarteten und von großen Teilen der Bevölkerung ersehnten Rücktritt. Er hat keine überzeugenden Konzepte anzubieten, wie er die finanzielle Lage Italiens verbessern kann. Vorschläge und großspurige Äußerungen seitens Berlusconis wurden schon nach wenigen Tagen widerrufen und verstärken so das Problem noch. Denn die Finanzkriese Italien ist nicht nur durch zu hohe Staatsverschuldung, sondern auch durch schlechtes Staatsmanagement zustandegekommen. Und genau dafür steht die Berlusconi-Regierung. Sie fällt eher durch Boulevard-Skandale als durch gute Politik auf.
Private Investoren vertrauen nicht mehr auf die Äußerungen des Staatschefs. Das führt zu beträchtlich weniger Käufen von für Italien an sich zinsgünstigen Staatsanleihen und verteuert den Preis. Zudem werden momentan viele Staatsanleihen von Investoren wieder verkauft, was den Kreditbedarf und die Zinslast für Italien vergrößert. Das Vertrauen in die mittelfristige Lösung der Probleme von Italien ist nicht mehr gegeben. Außerdem erleben die privaten Investoren mit Griechenland und dem Schuldenschnitt gerade ein Beispiel, wie es auch in Italien ablaufen könnte.
Wie die Finanzkriese Italien bewältigt werden kann
Die EZB kauft momentan massiv Staatsanleihen auf. Das soll den Markt stabilisieren und die Zinslast für Italien verträglicher gestalten. Allerdings reicht das Volumen nicht aus, um das Vertrauen der Privatinvestoren kurzfristig herzustellen. Theoretisch aber könnte die EZB unbegrenzt Geld drucken und Anleihen aufkaufen. Obwohl Italien mit 120 Prozent seiner Wirtschaftsleistung verschuldet ist, sagt Michael Hüther, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dass Italien eigentlich keine Solvenzprobleme hätte, sondern alles dem Berlusconi-System geschuldet sei.
Wenn der Ministerpräsident also zurücktritt, könnte Vieles besser werden. Die wirtschaftliche Basis hat das 60-Millionen-Land. Maschinenbau, Dienstleistungen und Pharmazie sind hochentwickelt und bringen dem Land Export-Devisen ein. Mit Griechenland ist die Finanzkriese Italien nicht im Ansatz zu vergleichen. Ein wichtiger Schritt für die “Rettung” Italiens wäre es, wenn eindeutig und unmissverständlich von den Europa-Politikern verlautbart würde, dass kein einziges Land der Euro-Zone fallengelassen würde und die EZB im Notfall weiter die Gelddruckmaschine anwirft. Dann fassen auch die Investoren wieder Vertrauen und Europa kann gemeinsam die Finanzkriese Italien überwinden.
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Schulden, Schulden über Schulden. Griechenland hat sich mit ca. 300 Milliarden Euro deutlich übernommen.
Die Angst vor Inflation geht um in Europa, in Deutschland ganz besonders. Aus Sicht der Bevölkerung scheint die Gefahr groß, dass eine erhöhte Staatsverschuldung in der Eurozone und das im Zuge der ins Auge gefassten Maßnahmen von Deutschland geforderte Engagement eine nicht absehbare Geldentwertung nach sich zieht. Auch das Phänomen des Wirtschaftsbooms in Deutschland kann zu einer inflationären Entwicklung beitragen. Und so ist die Frage berechtigt: Wird sich die Inflationsrate in Deutschland erhöhen? Derzeit haben die Verbraucherpreise um 2,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt.