Die Angst vor Inflation geht um in Europa, in Deutschland ganz besonders. Aus Sicht der Bevölkerung scheint die Gefahr groß, dass eine erhöhte Staatsverschuldung in der Eurozone und das im Zuge der ins Auge gefassten Maßnahmen von Deutschland geforderte Engagement eine nicht absehbare Geldentwertung nach sich zieht. Auch das Phänomen des Wirtschaftsbooms in Deutschland kann zu einer inflationären Entwicklung beitragen. Und so ist die Frage berechtigt: Wird sich die Inflationsrate in Deutschland erhöhen? Derzeit haben die Verbraucherpreise um 2,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt.
Bestimmend: Ratio von Geld- zu Gütermenge
Als ein Aufblähen lässt sich die Inflation charakterisieren. Und so dozieren Volkswirtschaftler, die Makroökonomen, zum Thema Inflation über Veränderungen des Austauschverhältnisses zwischen Geldmenge und Gütermenge. Als inflationär bezeichnet man die Entwicklung, wenn einer Gütereinheit zunehmend mehr Geldeinheiten zuzuordnen sind. Dies hat zur Folge, dass beim Erwerb von Gütern mehr Geld bezahlt werden muss, d. h. das Produkt sich verteuert, eine Geldentwertung stattfindet. Der Näherungsrechnung von Gütermengen dient der bekannte Warenkorb, der definierte Güter enthält und zur Berechnung der Teuerungsentwicklung dient. Aufgrund der gegeben Vergleichbarkeit ist der Warenkorb ein probates Mittel für die Vergleichsberechnung, denn er differenziert in die einzelnen Kostenbereiche und weist auch die Entwicklung der Energiekosten und deren Auswirkung auf die Inflationsrate in Deutschland aus.
Deutsche Bundesbank: der “Währungshüter”
Eingebettet in die europäische Währungsunion gelten für den Mitgliedsstaat Deutschland die gemeinsam verabschiedeten Ziele, z. B. die Preisniveau-Stabilität. Diese ist im EG-Vertrag wie auch im Satzungswerk der Europäischen Zentralbank fest verankert. Aber auch der deutsche Gesetzgeber würdigt die Preisstabilität, so im Artikel 88 des Grundgesetzes wie auch im vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Stabilitäts- und Wachstumsgesetz. In Deutschland fällt der Institution Deutsche Bundesbank die Rolle des Währungshüters zu. Sie wacht über Geldwertstabilität und Inflationsrate in Deutschland.
Preistreiber 2011: die Energiekosten
Die Energiekosten nahmen 2011 einen maßgeblichen Einfluss auf die Inflationsrate in Deutschland. Sie verteuerten sich im September 2011 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 11,2 % und nahmen damit laut Statistischem Bundesamt dominanten Einfluss auf die Inflationsrate in Deutschland. Die Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln nimmt sich mit 2,5 % dagegen bescheiden aus; dies gilt selbst für Bekleidung mit 3,1 % und Tabakwaren mit einem Zuwachs von 3,3 %. Der aus europäischer Warte berechnete, sogenannte “Harmonisierte Verbraucher-Preisindex” zeigt im September 2011 einen Anstieg um 2,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
2012: steigende Inflation prognostiziert
In Europa geht die Inflationsangst um. Die täglichen Nachrichtenmeldungen sind ein Spiegelbild der Sorgen um Stabilität im Euro-Raum. Die enorme Staatsverschuldung mehrerer europäischer Staaten wird von Wirtschaftsbeobachtern als gefährlich groß eingestuft. Sie kann 2012 zu einer weiteren, in ihrem Ausmaß nicht überschaubaren Geldentwertung führen. Denn die dramatische Staatsverschuldung gibt zu drastischem Sparen in den nationalen Haushalten der Eurostaaten Anlass. Die für das kommende Jahr für Deutschland zu erwartende Inflationsrate wird außerdem sehr stark von der Entwicklung des Finanzsystems der Europäer geprägt sein. Aber auch der steigende Energieverbrauch von bisher als Schwellenländer eingestuften Staaten (China, Indien) wird zum weiteren Anstieg der Energiepreise auf dem Weltmarkt führen – mit Auswirkungen auf die Teuerungsrate in Deutschland. Diese Tendenzen führen zur Prognose 2012 der Inflationsrate in Deutschland von über 3 Prozent.
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