Schulden, Schulden über Schulden. Griechenland hat sich mit ca. 300 Milliarden Euro deutlich übernommen.
Die griechische Wirtschaftsleistung kann derzeit höchstens 240 Milliarden Euro schaffen. Da stellt sich die schwierige Frage der Tilgung der aufgelaufenen Schulden. Griechenland ist in dieser Situation nicht in der Lage den Vertrag von Maastricht, in dem die Europäische Währungsunion geregelt ist, zu erfüllen. Bereits jetzt übersteigt das Verhältnis der Schulten zur Wirtschaftsleistung die geforderte maximale Höhe von 60% bei weitem.
Zudem verfügt Griechenland aufgrund des langjährigen Außenhandelsdefizits über keinerlei Rücklagen. Bereits in den letzten Jahren war Griechenland immer wieder auf die Hilfe anderer Staaten angewiesen, um dieses Defizit überhaupt tragbar zu machen. Und die Krise geht weiter, was auch ein EU-Hilfspaket, das Griechenland anfordern könnte, nicht mehr ausgleichen kann. Auch ein ins Gespräch gekommener Europäischer Währungsfond käme hier wohl bereits zu spät. Kein besonders guter Einfluss auf die in Verbraucherkreisen eh umstrittene Währung Euro.
Doch die Europäische Solidarität ist ungebrochen. Eine Rettungsaktion in Form einer EU-Tranche von 8 Milliarden soll es nun richten. Das hieße:” Bis 2012 raus aus der Verschuldung. Zumindest aus den zu erwartenden Neukrediten zur Schuldentilgung, also keine neuen Schulden.” Griechenland darf diese Rettungstranche allerdings wirklich nur zur Tilgung ihrer Schulden bei den Europäischen Banken und der EZB verwenden. 81 % der Tranche wandern ohne Umwege in die Bücher der Europäischen und griechischen Finanzinstitute.
Dies bedeutet das nur magere 19% der Tranche in den nationalen Haushalt einfliessen werden. Kein Wunder, dass die Griechen im Grunde nicht wirklich begeistert sind. Denn im Grunde genommen handelt es sich hier nicht um eine Rettung des Landes, sondern nur eine Rettung der Banken. Für die Griechen bedeutet dies in der Realität eigentlich nur neue Schulden. Griechenland zahlt zwar die Altlasten bei den Banken, aber die Lage des Landes verbessert sich dadurch nicht. Was wiederum unwiderruflich zu neuen Schulden führen muss.
Im Prinzip geht es also nur um ein Umschuldungsroulette, bei dem nur einer gewinnen wird, nämlich die Banken und in erster Linie die EZB. Diese werden ohne große Kratzer aus dem Finanzchaos wie Phönix aus der Asche steigen. Ob Griechenland danach Insolvenz beantragen muss oder am Hungertuche nagt, scheint dabei eher nebensächlich. Finanzieren müssen das Finanzroulette um 8 Milliarden Euro natürlich die Steuerzahler der Geber-Staaten. Ob diese darüber so begeistert sind, ist fraglich, steht aber auf einem anderen Blatt.
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